Theater
JA!
Unsere letzte Theateraufführung war sooo ein Ding! Alle Kinder konnten bei unserer letzten Aufführung ihr Schaulspielkönnen aufs Beste zeigen. Die Kleinen als Drachen, Ritter, Prinzessinnen, – die Großen im Wintermärchen als Könige, Prinzessinen, Ratsherren, Mägde, Knechte….haben die Kinder begeistert…
NUR DIE ÜBUNG…
…bevor die Kinder allerdings bei der Aufführung das Stück und ihr Können zeigen konnten, sind viele spannende, aufregende, auch anstrengende und lustige Stunden in der Keplerstraße bei unseren Proben vorausgegangen. Und da Sie – liebe Eltern – bei den Proben ja nicht dabei sind, wollen wir Sie hier einmal hinter die Kulissen führen. Lesen Sie doch einfach weiter und lassen sich überraschen….
SO OFT…
…immer mal wieder an einem Freitag. Man hört ein Stampfen vor der Türe, dann geht die Türe auf, knallt zu. „Hi“, „Hallo“, „Wie geht’s?“, dann kommen schon die Nächsten. Die Kinder quatschen (die Mädchen natürlich unter sich – das ist ja klaaar!) und dann heißt’s „Zeig mal dein Kostüm?“, „Und deins?“, „Kannst du deinen Text schon?“, „Ich hab’ noch eine Idee für die Kulisse“, „Kerstin schau mal, was ich noch mitgebracht hab“, „Wann geht’s endlich los?“, „Stephan, ich hab eine drei im Aufsatz“, „Das ist ja supi“, „So jetzt aber“, „Franz, ich hab meinen Text vergessen!“, „Macht nix“, „Wann geht’s denn endlich los?“, „Jetzt!!“
UND WAS? UND WIE? UND ÜBERHAUPT!
…aus dem Gewusel im Raum entpuppen sich in je zwei Gruppen 5 Jungs und 3 Mädchen, die nun wie die Hühner auf der Stange auf einer Bank sitzen und den aktuellen Infos von Franz, Elisabeth und Stephan lauschen. Die Jungs hocken zusammen für sich, und die Mädchen für sich (das ist doch klaaar!). Dann wird geprobt. Alle konzentrieren sich auf ihre Rollen, ihren Text. „Das wiederholen wir noch mal“, „der Anfang war toll“, „bitte lauter sprechen“ , „und achtet auf PP“ (das ist die Popo-Perspektive und das sagen wir immer, wenn die Kinder mit dem Po zum Publikum stehen)……..und ein Junge, der sitzt am Rand und genießt mal wieder seinen Tee, und dann zeigt Stephan auch schon mal persönlich, auf dem Boden wälzend, schnaubend und wie ein Schwein quiekend, wie er sich eine Szene vorstellt, und dann müssen alle lachen. Sowieso wird viel gelacht bei uns!
Die Köpfe rauchen. Die Konzentration, wo ist sie? Sie ist weg! Hunger? Na sagen wir mal Appetit, und den verspüren nach einer anstrengenden Probephase Kinder und auch die Regisseure. Endlich Pause! Einer hat wieder etwas Köstliches für die Gruppe zum Snacken mitgebracht. Die Kids und ihr erwachsener Anhang wechseln die Räumlichkeiten. Es wird getrunken, gegessen und über all die wichtigen Dinge des Theaters oder des Alltags philosophiert, und das nächste Mal verköstigt wieder ein anderer die Gruppe und dann wieder ein anderer. Und manche bringen ganz oft für die anderen was mit, einfach weil sie es gerne tun!
Nun – es geht in die schauspielerische Endrunde für den Tag. Nochmals wird geprobt. Und viele kreative Ideen für die Kulisse entstehen beim Spielen. Und einer, der hat sogar in Kleinformat (wie Architekten es tun) ein Modell gebastelt, wie die Bühne bei manchen Proben aussehen könnte, mit beweglichen Figuren. Ganz toll, so finden wir!
PUUUUH!
Zum Schluss des Tages. Die Abschlussrunde. Was brauchen wir noch für unsere Kulisse? 8 Köpfe haben viele Ideen, und die wollen wir in den Ferien beim Bastel-, Mal- und Werknachmittag umsetzen.
Es kommt auch schon mal vor, dass Kinder sich zusammen tun und zu Hause für die Kulisse malen. Oder zwei andere verabreden sich für Freitag Nachmittag zu Hause, um noch mal gemeinsam ihre Rollen zu Proben, und danach kann man ja auch noch gemeinsam Fußball kicken. Und einer, der sich bei unserem ersten Theaterstück für einen ganz kurzen Text entschied, hat diesmal eine ganze Menge Erzähltext und wie laut und deutlich er mittlerweile spricht. Toll! Und Mütter (oder auch Väter? Wir wissen es nicht!) verfeinern noch die Kostüme ihrer Kinder. Es gibt auch Kinder, die sagen ihren Eltern gar nicht, worum es im Theaterstück geht. „Lass dich überraschen !“, heißt es.
“WAS BRAUCHT EIN MENSCH UM GLÜCKLICH ZU SEIN?“
Ja – liebe Eltern – und was aus diesen vielen tollen Nachmittagen bei den Proben in der Keplerstraße entstanden ist, das haben Sie auf unserem bei unserer Aufführung erleben dürfen…
SCHULE? THEATER? THEATER IST SCHULE!!
…und die Schule? Wieso denn jetzt Schule? Wir reden doch von Theater! Immer das Theater mit der Schule! Oder wie war das?
Theaterspielen mit diesen 8 Persönlichkeiten wie Niklas, Sarah, Timon & Co., das bedeutet viel! Das bedeutet, sich in das Gruppengeschehen einbringen, auf andere zugehen, merken, dass es anderen genauso geht (ah, du hast ja auch ein Hörgerät), auf andere Rücksicht nehmen, sich absprechen, Ideen entwickeln, Hemmungen und Ängste überwinden, Text lernen (ja auswendig und oft ist es nicht wenig), frei sprechen (erst vor der Gruppe und am Tag der Aufführung sind es schon mal 100 Leute!), den Text gut betonen und laut sprechen, sich konzentrieren auf sich selbst und die anderen, Kritik annehmen und konstruktiv Kritik üben (da sagte wirklich einer: „Ich fand das schon gut, aber an der einen Stelle, da müsst ihr euch noch mehr bewegen.“), selbst an sein Kostüm und seinen Text denken, eigenverantwortlich den Text auswendig lernen und jede Menge Spaß haben, das alles und noch mehr – liebe Eltern – kann Theater bedeuten!
Und die Schule? Ja natürlich, Theater hat auch – das dürfte die Aufzählung von eben deutlich gemacht haben – mit Schule zu tun. Sich konzentrieren, sich organisieren, der Umgang mit Text und Sprache, der Kontakt mit und das Verhalten gegenüber anderen Kindern usw., das alles sind gleichermaßen Kompetenzen, die sowohl beim Theaterspielen als auch in der Schule gefragt sind. Und für unsere 11 Kinder selbst ist Theater noch viel mehr. All ihr Empfinden kennen wir als Erwachsene gar nicht, aber von einem Kind hat es schon mal geheißen „Wie soll ich ohne Theater bloß weiterleben?!“
ALSO:
Mit „Sindbad dem Seefahrer“ waren wir auf hoher See und mit „Goria von Jaxtberg“ in der Welt der Tiere; mit dem „Figaro“ und dem „Wintermärchen“ begaben wir uns in die Welt der wilden Abenteuer von Liebe und Verrat. Wer weiß, was als nächstes kommt? Liebe Eltern, lassen Sie sich überraschen! Wir jedenfalls freuen uns sehr auf die weitere Theaterarbeit mit den Kindern und grüßen Sie ganz herzlich.




